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Hallo.

Mein Name ist Okka.
Dieses Blog handelt von
den Dingen, die ich liebe – Büchern, Filmen, Mode,
Beauty, Kochen, Reisen.
Und vom Leben mit meinen beiden Töchtern in Berlin. 
Schön, dass du hier bist. 

Ach, Phoenix





























Komm doch mit zum Konzert, sagte sie, du kannst dich doch nicht ewig verkriechen. Doch, sagte ich, ich will zurück in meine Höhle und in Ruhe Liebeskummer haben. Hör wenigstens rein, sagte sie, morgen kauf ich die Karten, nur ein Lied. Damals hörte ich eigentlich immer nur meinen Liebeskummer-Soundtrack, Ryan Adams, Ash, Social Distortion, A.s Musik, ich hörte mich ihm nah. Diese seltsame Hoffnung, dass das schon alles noch wird mit uns, wenn ich ihn nur genug liebe, er liebt mich doch auch, wenn er betrunken ist, jedenfalls. Das eine Lied, das ich mir anhörte, eigentlich nur um ihr zu sagen, dass ich auf Franzosenpop nicht stehe, war "Love for Granted". Viel mehr brauchte es nicht, nur dieses eine Lied. Don´t tell me bout your lies, don´t tell me bout your secrets, even though we´ve said it all, I would never let us fall with you, hang on to a little chance, you bet I´m in. If it is for better, this illusion comes after, it´s true, hang on to a little chance, you bet I´m in. Keine Ahnung, wie oft ich dieses Lied in dieser Nacht noch gehört habe, sehr oft, so oft, dass ich verstanden habe, dass es so eine Sache ist mit dem Chancen geben, dem immer wieder Chancen geben und hoffen und sich auf die Fresse packen. Irre, aber genauso war das: Um zu kapieren, dass ich diesen Mann niemals ändern kann hab ich drei Jahre gebraucht. Drei Jahre und ein Lied.

Später. Wieder Phoenix. Und noch ein Anfang. Diesmal ohne Ende. Too Young und er und ich, es ist kompliziert, dann ist es sehr einfach, kein Fragezeichen mehr, nicht eines, immer gewusst, dass er es ist,
auch wenn dieses Gefühl am Anfang so fremd war, dass ich ihm fast misstraut hätte, so ungewohnt, mal irgendwo zu Hause zu sein, jemandem Zuhause zu sein.

Der Soundtrack unseres Paris-Urlaubs, ein paar Jahre darauf, es ist irrsinnig heiß und wir hören Wolfgang Amadeus Phoenix, wir liegen im Bett, essen Tuc-Cracker mit Philadelphia, trinken eiskalte Orangina und erzählen uns unser Leben, wir reden und wir reden nicht. Ein Jahr später, immer noch Wolfgang Amadeus Phoenix, oder schon wieder, er hasst Lisztomania, ich liebe es und tanze dazu, ich stehe vorm Spiegel und strecke meinen nackten Bauch heraus, fünfter Monat schon, und man sieht immer noch fast gar nichts, ich will endlich einen Bauch, sage ich, und wenn es ein Junge wird, müssen wir ihn Thomas nennen, oder Lippe, wie heißt der eigentlich wirklich, du immer mit diesem Gitarristen, sagt er, außerdem wird es ein Mädchen.

Eben gerade. Diese Doku auf Arte über Phoenix, und ich guck ihn an, wie er da neben mir liegt, müde, schön, mitsummt, hier und da. Ach, Phoenix.

(Hier. Hier. Hier. Und hier.)

DAS GLÜCKSPAKET ZUM WOCHENENDE

Ein allerletzter Platz (... ist jetzt vergeben!)