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den Dingen, die ich liebe – Büchern, Filmen, Mode,
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VOM LEBEN UND LIEBEN: HEIKE FALLERS WUNDERBARES BUCH „HUNDERT”

VOM LEBEN UND LIEBEN: HEIKE FALLERS WUNDERBARES BUCH „HUNDERT”

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Wann ist man erwachsen? Wird man es jemals sein? Ich habe zwei Kinder, einen Beruf, einen Ort, an dem ich alt werden will, und meine Herde gefunden, und dennoch frage ich mich immer noch, wie es sein wird, wenn ich einmal groß bin – dieselbe Frage, die sich Fanny mit ihren sieben Jahren stellt und deren Antworten sie kaum abwarten kann. 

Jetzt kann ich nachsehen, in Heike Fallers wunderbar zartem, poetischem, federleichtem und doch manchmal sehr schwerem Buch „Hundert – Was du im Leben lernen wirst“. Es erzählt seinen Lesern in 97 Sätzen (wenn ich richtig gezählt habe), ihr eigenes Leben, von „0“ („Du lächelst, zum ersten Mal in deinem Leben. Und die anderen lächeln zurück“) bis „99“ („Hast du irgendwas im Leben gelernt?“), dann blättert man um, aber da ist keine „100“ mehr und kein Satz, sondern ein Schmetterling, der aus dem Bild und aus dem Leben fliegt. 

Hundert Jahre. 

„Du willst alles festhalten, was in deiner Nähe ist“, heißt es mit 1/2, „So viele Dinge kannst du schon besser als deine Eltern“ mit 12, „Auch unglaublich: Du magst plötzlich Kaffee“ mit 18, „Noch nie warst du jemandem so nahe“ mit 24, „Noch nie hast du so viel Angst um jemanden gehabt“ mit 40, „Du hast dich an die Welt gewöhnt. Oft beachtest du nicht mal den Mond“ mit 56, „Vielleicht findest du zum ersten Mal in deinem Leben einen Menschen, der wirklich zu dir passt“ mit 74, „Und es wird wieder Frühling“ mit 96. 

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Zu diesen Sätzen gibt es Illustrationen von Valerio Vidali, satte Farben, ausgreifend, flächig, ein junger Mann auf einem Balkon, ein altes Paar, das in seinem Tanz versinkt, die Erhabenheit der Berge, das Leuchten der Sterne in der Dunkelheit. Es sind Bilder, die ständig Bilder in meinem eigenen Gedächtnis aufscheuchen. Sie müssen sich dort versteckt haben, aber jetzt sehe ich sie wieder, und ich schaue ihnen hinterher – verwundert, ein wenig schwermütig vom Vergehen der Zeit, aber auch aufgeregt.

So ein Buch ist „Hundert“. Ich blättere es durch, schaue es an, bin in ihm und doch immer bei mir. Wie kann es sein, dass ich so gut gekannt werde, erkannt werde, Heike Faller kennt mich doch nicht, aber ihr Buch tut es. Das bin ja ich. So war es, so bin ich, so wird es sein, irgendwann werde ich ein Schmetterling sein, der aus einer Geschichte davonfliegt, und bis dahin ist es manchmal schwer, und oft sehr gut.

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Was noch schön ist an diesem Buch: dass es das Leben kennt, das Jungsein (wie es sich zieht, wie glorios es ist, wie sehr es elektrisiert und wie sehr es anstrengt), die mittleren Jahre (die Liebe, die Zähigkeit der Liebe, das Glück, Brombeermarmelade machen zu können, gelernt zu haben, wie glücklich es macht, eine ganze Nacht durchzuschlafen), das Alter (die Kraft des Durchhaltens, die Kraft des Loslassens und dass man sich immer, immer, immer verballern kann, und es dann nicht anders ist als mit 20). Es gibt nicht viele Bücher, die so gut Bescheid wissen über das Leben. Hier ist eines, das es kann, in bloß 97 Sätzen. 

Dass ich dieses Buch so mag, bedeutet dann wohl, dass ich mein Leben mag, also: das Leben selbst, wie es ist, wie immer es sei, wie immer es kommen wird, dieses seltsame Leben, in dem man immer zugleich klein und groß ist. Und in dem einem immer, ob klein oder groß, Wunder unterkommen. Bücher zum Beispiel. Plötzlich ist eines da, das dir dein eigenes Leben noch mehr zu lieben beibringt, dir die Endlichkeit bewusst macht und das Jetzt.

Irgendwann in den nächsten Tagen werde ich es mir zusammen mit Fanny ansehen. Dann werden wir uns fragen, wie es sein wird, wenn wir groß sind. 

Heike Faller und Valerio Vidali: „Hundert – Was du im Leben lernen wirst“208 Seiten, 20 Euro, Kein & Aber.

PS: Ganz anderes Thema, aber: War jemand von euch vielleicht schon in Dublin und hätte ein paar Tipps für uns? 

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